📰 Neues aus der Kryptowelt #149 - Gold, Bitcoin, Stablecoins, Ethereum

📊 Gold schlĂ€gt Bitcoin - Kapital flieht in Sicherheit

Die Flucht in klassische Sicherheiten beschleunigt sich. WĂ€hrend Gold neue Rekorde markiert und der US-Dollar deutlich schwĂ€chelt, gerĂ€t Bitcoin durch Liquidationen, ETF-AbflĂŒsse und einen rapiden Kursrutsch unter zusĂ€tzlichen Druck.

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Der Markt fĂŒr tokenisiertes Gold wĂ€chst parallel zur physischen Goldnachfrage. Tethers XAUt stellt inzwischen mehr als die HĂ€lfte aller goldgedeckten Stablecoins und ĂŒbersteigt ein Marktvolumen von 2,3 Mrd. US-Dollar.

Zentralbanken haben ihre GoldkĂ€ufe in der zweiten JahreshĂ€lfte 2025 deutlich ausgeweitet. Gleichzeitig verlor der US-Dollar seit Amtsantritt von PrĂ€sident Trump spĂŒrbar an Wert und rutschte zuletzt auf den tiefsten Stand seit Monaten.

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Bitcoin konnte von dieser Absicherungssuche nicht profitieren. Die Marktkapitalisierung fiel nach massiven Long-Liquidationen von rund 1,6 Mrd. US-Dollar aus den globalen Top-10 der Vermögenswerte. Der Kurs rutschte bis in den Bereich um 80.000 US-Dollar, begleitet von weiteren Liquidationen im dreistelligen Millionenbereich.

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ZusĂ€tzlich belasteten starke AbflĂŒsse aus US-Spot-ETFs die Marktstimmung. In nur fĂŒnf Handelstagen wurden rund 1,82 Mrd. US-Dollar aus Bitcoin- und Ethereum-ETFs abgezogen. Parallel gerieten auch Edelmetalle kurzfristig unter Druck, nachdem Gold und Silber zuvor neue Allzeithochs erreicht hatten, ein Zeichen fĂŒr hohe NervositĂ€t an den globalen FinanzmĂ€rkten.

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Kurzfristig dominieren LiquiditĂ€tsstress und Risikoreduktion, selbst in einem Umfeld, das eigentlich als gĂŒnstig fĂŒr alternative Absicherungen gilt.

Der aktuelle Zyklus zeigt eine klare Trennung zwischen narrativer Rolle und realen KapitalflĂŒssen. Gold profitiert unmittelbar von geopolitischer Unsicherheit und Dollar-SchwĂ€che, wĂ€hrend Bitcoin weiterhin wie ein Risikoasset gehandelt wird. Solange nachhaltige ZuflĂŒsse - insbesondere ĂŒber ETFs - ausbleiben, bleibt die These von Bitcoin als funktionalem Krisenhedge strukturell unter Druck.

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đŸ€” Bitcoin unterbewertet - aber ohne SelbstlĂ€ufer

Trotz des anhaltenden Drawdowns sehen viele professionelle Marktteilnehmer Bitcoin im Bereich 85.000-95.000 US-Dollar als attraktiv bewertet. Gleichzeitig nimmt die Debatte zu, ob der klassische Vierjahreszyklus noch trĂ€gt und welche Katalysatoren 2026 wirklich liefern mĂŒssen.

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Laut einer Coinbase-Umfrage (Q1 2026) halten rund 71% der befragten Institutionen Bitcoin im genannten Preisband fĂŒr unterbewertet; nur 4% sehen Überbewertung. Viele bleiben dabei nicht passiv. 80% gaben an, Positionen zu halten oder bei einem weiteren RĂŒckgang um 10% nachzukaufen.

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Der Kontext bleibt jedoch fragil: Seit dem Crash im Oktober (mit massiven Liquidationen) tendiert der Markt seitwÀrts bis abwÀrts, wÀhrend Gold und Silber deutlich zulegten.

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"Bitcoin typically follows a four-year cycle. Looking at historical data, there is an all-time high every four years, followed by a decline. But I think that this year, with the US being so crypto-friendly and all other countries following suit, we will probably see an exception to the four-year cycle."

Parallel verschiebt sich das Narrativ. Changpeng Zhao schließt zwar eine RĂŒckkehr zu Binance aus, spricht aber von einem möglichen „Superzyklus“ 2026 und stellt den Vierjahresrhythmus indirekt infrage.

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Auf Protokollebene warnt Michael Saylor vor „opportunistischen“ ProtokollĂ€nderungen als grĂ¶ĂŸtem Risiko, was erneut die Grundsatzlinie berĂŒhrt, konservatives „Freeze“ vs. Weiterentwicklung (z. B. Quantum-Resilienz, Spam-Filter, neue Use-Cases).

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FĂŒr das Timing liefern die Daten zwei gegensĂ€tzliche Hinweise: Saisonal gilt der Februar historisch als starker Monat (teils sogar stabiler als „Uptober“). Gleichzeitig signalisiert das VerhĂ€ltnis BTC zu Gold (nach Z-Score-Ansatz) Extreme, die in der Vergangenheit eher an großen Bodenbildungsphasen auftauchte, ohne Garantie, dass Kapital kurzfristig wirklich aus Edelmetallen in Bitcoin rotiert.

Die Botschaft ist klar: Institutionen sehen Value, aber der Markt braucht mehr als Überzeugung, um wieder Momentum aufzubauen.

„Unterbewertet“ ist hier weniger eine Kursprognose als ein Vertrauenssignal: Wer nachkauft, setzt auf mittelfristige Re-Preisung durch Makro-RĂŒckenwind, regulatorische Klarheit und echte ZuflĂŒsse. Die Achillesferse bleibt der Katalysator: Ohne klaren Trigger kann dieselbe institutionelle Geduld auch zur Bremse werden - nicht weil sie verkauft, sondern weil sie schlicht wartet.

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⚖ Wenn Regulierung zur Marktinfrastruktur wird

In den vergangenen Tagen verdichten sich die Signale, dass 2026 weniger von Krypto-Narrativen als von politischer und institutioneller Durchsetzung geprĂ€gt wird. Streit um Stablecoin-Zinsen in den USA, hĂ€rtere Compliance-Schritte in Europa - und wachsende Reibung beim Zugang zum Bankensystem in Großbritannien.

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Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos kam es laut Bericht zu einem offenen Schlagabtausch zwischen Jamie Dimon und Brian Armstrong. Kern des Konflikts: ob Banken ĂŒber Lobbying versuchen, Stablecoin-ZinsertrĂ€ge in einem US-Markstrukturgesetz zu verhindern - oder ob die Kryptobranche den Banken unfaire Motive unterstellt. Gleichzeitig bleibt der Gesetzgebungsprozess blockiert: Im US-Senat wird die Vorlage in zwei AusschĂŒssen verhandelt, wĂ€hrend Anhörungen verschoben wurden.

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In Europa erhöht die EuropĂ€ische Kommission den Druck auf die Mitgliedstaaten: Zwölf LĂ€nder sollen formell abgemahnt werden, weil sie Regeln zur Steuertransparenz und zum Datenaustausch ĂŒber Krypto-Assets noch nicht vollstĂ€ndig umgesetzt haben. Ungarn steht zusĂ€tzlich wegen MiCA-Umsetzung im Fokus. Ziel ist explizit, Steuerhinterziehung und -umgehung ĂŒber neue Meldepflichten fĂŒr Krypto-Dienstleister einzudĂ€mmen - im Einklang mit dem OECD-Rahmen.

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WĂ€hrend Regulierer die Leitplanken setzen, zeigt Großbritannien ein anderes Risiko. Laut einer Umfrage des UK Cryptoasset Business Council werden Transfers zwischen Bankkonten und Kryptobörsen hĂ€ufig blockiert oder verzögert - teils pauschal, teils ohne transparente BegrĂŒndung. Die Branche warnt, dass „Debanking“ Innovation ausbremst und Kapital ins Ausland drĂ€ngt.

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Parallel versucht TradFi, Teile des Problems technisch zu lösen. Vlad Tenev argumentiert, tokenisierte Aktien könnten Handelsstopps und Abwicklungsstress reduzieren, weil Echtzeitabwicklung die strukturellen EngpÀsse traditioneller Settlement-Zyklen entschÀrft.

Der Trend ist eindeutig: 2026 entscheidet weniger der Hype, sondern wer Zugang, Abwicklung und Regulierung kontrolliert.

Die auffĂ€llige Gemeinsamkeit ist Macht ĂŒber Schnittstellen: Stablecoin-Zinsen bedrohen Bankmargen, Steuerreporting erhöht Compliance-Kosten, Debanking steuert den On-/Off-Ramp - und Tokenisierung greift direkt die Marktmechanik an. Wer hier nur „Krypto vs. Banken“ liest, verpasst die eigentliche Frage: Welche Infrastruktur darf kĂŒnftig Rendite erzeugen - und wer darf ĂŒberhaupt teilnehmen?

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🔒 Ethereum zieht LiquiditĂ€t ab - und rĂŒstet beim Tech-Stack nach

Auf Ethereum verdichten sich mehrere Trends, die in Summe eher nach „Re-Engineering“ als nach klassischem Zyklus aussehen: weniger Verkaufsangebot, neue Standards fĂŒr Agenten-Ökonomien, eine beschleunigte Post-Quantum-Roadmap und Layer-2s, die Geschwindigkeit ĂŒber Prinzipien stellen.

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Laut Santiment ist das ETH-Angebot auf Börsen seit Juli deutlich gefallen (von 12,31 Mio. auf 8,15 Mio. ETH). Parallel wĂ€chst die Staking-Nachfrage: In der Validator-Queue stehen rund 3,6 Mio. ETH mit langer Wartezeit, wĂ€hrend Unstaking vergleichsweise niedrig bleibt. Einzelne Treasury-Akteure wie BitMine staken inzwischen einen Großteil ihrer BestĂ€nde, was den kurzfristigen Verkaufsdruck weiter dĂ€mpfen kann.

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Technologisch zielt Ethereum zugleich auf neue Anwendungslogiken. Mit MetaMask als sichtbarem Treiber könnte ERC-8004 zeitnah auf Mainnet gehen, ein Standard, der die Registrierung, Auffindbarkeit und Reputation von AI-Agenten ohne zentrale Gatekeeper erleichtern soll. Die These: Ethereum als Settlement-Schicht fĂŒr AI-zu-AI-Interaktionen.

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Beim Thema Zukunftsrisiken zieht die Ethereum Foundation das Tempo an. Ein Post-Quantum-Team ist eingerichtet, Multi-Client-Devnets laufen, und ein Forscher verortet den Fortschritt grob bei „~20%“ - mit dem Anspruch, Execution, Consensus und Data-Layer schrittweise zu migrieren (inklusive Trade-offs durch grĂ¶ĂŸere Signaturen und mögliche Precompiles).

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Skalierungsseitig liefert MegaETH die Gegenfolie. Nach einem Stresstest mit rund 10,7 Mrd. Transaktionen kĂŒndigt das Projekt den Mainnet-Start fĂŒr 9. Februar an und wirbt mit sehr hohen TPS-Werten - ausdrĂŒcklich als L2, das Speed priorisiert, auch wenn reale DurchsĂ€tze spĂ€ter niedriger liegen können.

Schließlich wird Sicherheit auch finanziell neu organisiert. Laut Griff Green sollen nicht beanspruchte ETH aus dem The DAO-Kontext in einen Security-Fund fließen, per Staking ErtrĂ€ge erzeugen und ĂŒber DAO-Mechanismen verteilt werden, als Versuch, Ökosystem-Security langfristig zu finanzieren.

Ethereum wirkt 2026 weniger „bullisch vs. bĂ€risch“ als „System im Umbau“: Kapital wird gebunden, Standards werden gesetzt, und Sicherheitsannahmen werden offensiv neu verhandelt.

Das ist nicht automatisch nur positiv: Weniger Börsenangebot kann auch schlicht illiquideres Price-Discovery bedeuten; Staking-Queues sind ein StabilitĂ€tsmerkmal, aber auch ein Zentralisierungs- und Lock-in-Risiko. Gleichzeitig zeigen MegaETH & Co., dass „Skalierung“ zunehmend zur Werteentscheidung wird (Dezentralisierung vs. UX). Und bei Post-Quantum gilt: Ein klarer Plan ist gut - aber die eigentliche BewĂ€hrungsprobe ist Governance, Migration und Nutzerverhalten unter Zeitdruck.

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💰 Stablecoins werden Infrastruktur und Politik

2026 zeichnet sich ab, dass Stablecoins nicht mehr nur „Krypto-LiquiditĂ€t“ sind, sondern zur umkĂ€mpften Zahlungs- und Marktinfrastruktur werden mit drei Fronten: Unternehmens-Adoption, Bankensystem-Risiken und staatliche SouverĂ€nitĂ€t.

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Circle will die institutionelle Nutzung ĂŒber „BauplĂ€ne statt Bastellösungen“ treiben. Arc (eine auf große Anwendungen zielende Layer-1) soll aus dem Testnet in den produktiven Einsatz, wĂ€hrend USDC/EURC/weitere Tokens auf mehr Netzwerke ausgerollt und Integrationen fĂŒr tĂ€gliche Treasury- und Payment-Workflows vereinfacht werden. Der Anspruch, Institutionen sollen Stablecoin-Zahlungen nutzen können, ohne selbst die komplette Infrastruktur zu betreiben.

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Bei Tether verschiebt sich der Fokus sichtbar auf Reserven und LiquiditĂ€t. FĂŒr 2025 meldet das Unternehmen ĂŒber 10 Mrd. USD Nettogewinn (−23% ggĂŒ. 2024) und US-Treasury-BestĂ€nde von ĂŒber 122 Mrd. USD. Parallel wurden 50 Mrd. USDT neu ausgegeben; als Treiber wird Nachfrage nach „Dollar außerhalb klassischer Bankrails“ beschrieben, besonders dort, wo Systeme langsam oder schwer zugĂ€nglich sind.

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Genau hier setzt der politische Konflikt an. Banken warnen vor „Deposit Flight“, vor allem wenn Stablecoins Zinsen zahlen. Eine SchĂ€tzung von Standard Chartered legt eine mögliche AbhĂ€ngigkeit zwischen Stablecoin-Wachstum und sinkenden Einlagen nahe. Gleichzeitig sagen Policy- und Aufsichtsstimmen, dass es bislang nur begrenzte Evidenz fĂŒr echte EinlagenabflĂŒsse gibt; in der EU werde Stablecoin-Nutzung eher als Nischen-Payment im Krypto-Ökosystem gesehen. Auf der anderen Seite nennt Circle-CEO Jeremy Allaire die „Bank-Run“-These in Davos „absurd“ und argumentiert, Zinsen wĂŒrden vor allem Bindung erzeugen.

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Und Europa setzt einen Gegenpol. European Central Bank-Direktoriumsmitglied Piero Cipollone begrĂŒndet den digitalen Euro explizit geopolitisch als „public money in digital form“ fĂŒr Zahlungs-SouverĂ€nitĂ€t in einer „weaponised“ Welt, mit einem einheitlichen Standard fĂŒr den Retail-Zahlungsverkehr und einer faktischen Akzeptanzpflicht fĂŒr HĂ€ndler, die digitale Zahlungen annehmen.

Stablecoins sind 2026 weniger ein Produkt als ein Machtkampf um Rails. Wer kontrolliert Dollar-Äquivalente, Renditen, Compliance - und am Ende die Zahlungsinfrastruktur selbst?

Die spannende (und unbequeme) Frage ist nicht „Stablecoins ja/nein“, sondern wo die Systemgrenze kĂŒnftig verlĂ€uft. Wenn Stablecoins zu Default-Collateral und Default-Payment werden, wird die Zinsfrage automatisch zur Bankenfrage und die Bankenfrage zur SouverĂ€nitĂ€tsfrage. Davos zeigt, die Debatte hat die Krypto-Blase verlassen. Ab jetzt entscheidet Regulierung darĂŒber, ob Stablecoins primĂ€r Innovationstreiber oder primĂ€r Einlagen-Konkurrenz sind.

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